[Werbung ohne Auftrag] Ich liebe Bücher. In unseren Bücherregalen findet sich Lektüre zu so ziemlich allen Aspekten unseres täglichen Lebens. Eine nicht wegdiskutierbare Menge davon ist sog. Fachliteratur; also Bücher, welche ich aus beruflichem oder privatem Interesse lese und die sich zumeist mit Fragen der Kindesentwicklung, Erziehung, pädagogischen Auseinandersetzungen usw. befassen. Wer sich meine Bücherregale anschaut, wird feststellen, dass sich eine Vielzahl dieser Werke mit Entwicklungsabschnitten in den Babyjahren, mit Fragen der bindungsorientieren Elternschaft in den Kinderjahren oder mit den besonderen Ansprüchen um den Wechsel des jungen Kindes aus dem Kindergarten an die Grundschule beschäftigen. Danach endet die Buchreihe abrupt.
Nun könnte man meinen, dass – wenn wir es geschafft haben, unsere Kinder bindungs- und werteorientiert bis in ihre Schulzeit zu begleiten – das Band zwischen Eltern und Kindern so fest ist, dass es die Herausforderungen der folgenden Jahre problemlos tragen würde. Wer jedoch zum ersten Mal die Auswirkungen eines vermeintlich falschen Wortes seinem Teenagerkind gegenüber am eigenen Leib gespürt hat, wem der Sturm pubertärer Gefühlsausbrüche plöztlich und völlig unvorhergesehen um die Ohren weht, der wird unweigerlich feststellen, dass von jetzt auf gleich bis dahin gut ausgelotete und erprobte innerfamiliäre Absprachen und Grenzziehungen nicht mehr greifen und sich auch bei Erwachsenen Gefühle der Ohnmacht, der Wut und der Verzweiflung in die Gefühle der absoluten bedingungslosen Liebe mischen, die Hilflosigkeit hinterlassen und derer Herr zu werden plötzlich die neuen Herausforderungen im Familienalltag darstellen.

Das Leben mit Teenagern ist mitunter herausfordernd. Nicht nur, aber besonders für ihn. Ganz plötzlich werden von seiner Umwelt Erwartungen in ihn gesetzt; er ist ja nun nicht mehr der Kleine, Süße. Und so wie sich in seinem Außen ihm gegenüber vieles ändert, so geschieht es auch in seinem Innern. Stimmungsschwankungen, die zu Wutausbrüchen mit knallenden Türen und lautstarken, wortreichen Auseinandersetzungen führen können sind genauso an der Tagesordnung wie die Suche nach Rückzug und Abgeschiedenheit. Ist dein Kind früher zu dir gekommen, um seine Sorgen und Nöte mit dir zu teilen und zu besprechen, so sucht es heute vielleicht eher die Ungestörtheit. Dies erzeugt Unsicherheit – beim Teenager genauso wie bei seinen Eltern.

Und genau hier setzt das neue Buch von Inke Hummel an. „Miteinander durch die Pubertät – Gelassener begleiten, weniger streiten, in Kontakt bleiben“ ist ein Buch für Eltern, die nach Antworten suchen – praxiserprobt und leicht umsetzbar. Bücher über die Pubertät gibt es viele; biologische, bio-chemische, selbst entwicklungspsychologische Betrachtungen finden sich zu Hauf – wer jedoch sein Kind in der so prägenden und noch einmal wieder alles auf den Kopf stellenden Entwicklungsphase weiter achtsam, bindungsorientiert und auf Augenhöhe begleiten möchte, um es auf seinem Weg zum Erwachsenwerden bestmöglich zu unterstützen, der wird von jetzt an an Inkes Buch nicht vorbei kommen. Es ist ein immer-in-der-Tasche-dabei-haben-Buch, welches die Fragen des Alltags mit einem Jugendlichen aufgreift, lösungsorientiert beschreibt und vermeintliche „Fehler“ aufzeigt, ohne zu verurteilen oder anzugreifen. Sie schreibt mir aus der Seele – und für den Seelenfrieden all jener Eltern, die mehr wollen als ein zu Hause ohne Türen knallen.

Wer ist Inke Hummel?

Inke Hummel wurde 1977 in Flensburg geboren. Sie studierte u.a. Pädagogik und ist als Familienbegleiterin, Erziehungsberaterin und pädagogischer Coach tätig. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt darin, Eltern dabei zu unterstützen bindungsorientiert und achtsam mit ihren Kindern gemeinsam den Herausforderungen des Familienalltags gegenüber zu stehen. Neben ihrer Beratungspraxis schreibt sie als Bloggerin, Ratgeber- und Kinderbuchautorin einfühlsam über diese Themen.
Inke Hummel ist verheiratet und lebt mit ihren 3 Kindern in Bonn.

Worum geht es?

Kinder kommen auf die Welt und viele Dinge, die sie tun, finden wir süß. In jungen Kinderjahren verzeihen wir ihnen Verhaltensweisen unter Verweis auf ihr Alter oder ihren Entwicklungsstand. Dann werden sie größer und älter; wir lassen zu, dass sie Autonomieerfahrungen sammeln, reflektieren ihr Handeln und bemühen uns, ihnen wertevermittelnd zur Seite zu stehen, sind da, wenn sie uns brauchen und ziehen uns zurück, wenn wir ihnen die Bewältigung ihrer Alltagsherausforderungen eigenständig zutrauen und überlassen können.

Unbemerkt und wie über Nacht stehen uns unsere Kinder plötzlich gegenüber und etwas ist anders – das abendliche Gute-Nacht-Ritual wird uncool, die Kuscheleinheiten sind verschwunden und die Nähe ist einem unvorhersehbaren Genervtsein-von-allem gewichen. Interessen, die gestern noch euren Alltag bestimmt haben, verlieren an Bedeutung und statt deines kleinen Kindes steht dir ein junger Mensch gegenüber, der seine Meinung mit Nachdruck und doch anders als bisher zum Ausdruck bringt, der deine Werte hinterfragt und seine Ansichten nicht mehr nur aus dem innerfamiliären Miteinander entwickelt. Meinungen von Freunden, Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen, Schwankungsbreiten im Erleben und Empfinden des Alltagsgeschehens bestimmen das Leben deines Teenagers. Pubertät ist anstrengend – vor allem für den, der gerade in ihr steckt. Mit einem liebevollen und wertschätzenden Blick auf diese besondere Entwicklungsphase junger Menschen schreibt Inke Hummel über die Facetten jugendlicher Lebensrealitäten. Einfühlsam beschreibt sie Weichenstellungen, die bereits in früherer Kindheit gelegt wurden und deren Wirkungen (und Veränderungen) im nun neuen Lebensabschnitt des Heranwachsenden sowie seiner Umwelt. 

„Was kannst du tun?“ ist eine durch alle Buchkapitel wiederkehrende konkrete Hinweise und Ideen gebende Frage, die Impulse gibt, welche sofort umgesetzt werden und Wirkungen entfalten können. Daneben stehen Erfahrungsberichte anderer Eltern, in denen individuelle Situationen beschrieben werden, die das eine oder andere verständige Schmunzeln oder Kopfnicken beim Lesen hervorrufen und ein Gefühl wohliger, sich ausbreitender Wärme á la „ich bin nicht allein“ bescheren. Diesen Momentaufnahmen der Eltern folgen unvermittelt konkrete Anregungen, die zum Hinterfragen eigener Ansichten führen. Nicht selten habe ich im Moment des Lesens mich selbst gefragt, wie ich wohl denken, handeln oder mich fühlen und was ich nun meinem Sohn gegenüber äußern würde – um dann beim Weiterlesen in kurzen Aha-Momenten zu verweilen, mich bestätigt zu fühlen oder mir mit der flachen Hand an die Stirn zu fassen, weil die Lösungen so oft so nah sind. 

Warum ich dieses Buch nicht mehr hergeben werde.

Inke Hummel versteht es in leisen Tönen zu sprechen. Frei von Vorwürfen und Verurteilungen finden in ihr Buch auch „was ist wenn“-Fragen Einzug: was ist, wenn ich doch mal schimpfe; was ist, wenn ich mich im Ton vergreife oder mich selbst erwische bei … und sie nimmt den Leser an die Hand, beschwichtigt und vermittelt Sicherheit dahingehend, dass wir uns dieselbe Menschlichkeit und Unsicherheit im Leben mit unserem pubertierenden Heranwachsenden zugestehen dürfen, wie wir Nachsicht, Liebe und Gleichwertigkeit auch unserem Kind gegenüber walten lassen. Sie sagt nicht „lass dich gehen deinem Kind gegenüber und entschuldige dich hinterher“, sondern eher „sei nicht so hart zu dir selbst und verzeih dir“. Sie räumt auf mit dem Mythos, dass entspannte Eltern auch entspannte Kinder haben und rät Eltern zu mehr Selbstfürsorge und Achtsamkeit mit sich selbst. Unsere Kinder lernen – auch und gerade in der sensiblen Zeit der Pubertät – von dem, was wir ihnen vorleben; wie wir in Phasen der Anspannung mit uns und unserer Umwelt umgehen, ob und wie wir bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Daraus leiten sie ihre eigenen Handlungsmuster ab. 

Wir Eltern machen uns Sorgen – wir befürchten, unser Kind könnte uns entgleiten, abrutschen auf eine schiefe Bahn und sich verlieren in Drogen, Alkohol oder Suchtformen, die digital auf unser Leben und eben auch auf unsere Kinder einprasseln. Es fällt uns zuweilen schwer, loszulassen und unsere sich verändernde Rolle im Leben unseres Kindes anzunehmen. Inke Hummel nimmt diese Sorgen ernst und spricht Eltern Mut zu, Vertrauen zu haben und ihre Ängste und Sorgen mit den jungen Menschen zu teilen. Und bei allem rät sie Eltern, mit ihren Kindern zu reden – vorwurfsfrei – und ihnen zuzuhören. Den Bedürfnissen unserer heranwachsenden Kinder gerecht zu werden gelingt uns am leichtesten dann, wenn wir bereit sind, uns auf sie einzulassen – wenn wir sie annehmen und ernst nehmen, wenn wir die Widersprüche ihres Redens und Tuns nicht als gegen uns gerichtete Pfeile verstehen und uns statt dessen trauen, diesen jungen Menschen Freiheiten zuzugestehen, unsere Grenzen zu ziehen und immer wieder weiter im Hintergrund bereitzustehen, um für sie da zu sein, wenn sie uns brauchen – so wie das Sicherheitsnetz eines Stuntman oder das Sicherungsseil des Kletterers.

Inke Hummel hat es geschafft in ihrem Buch die Bedürfnisse junger Heranwachsender zu sehen und als gleichwertig neben den Bedürfnisse ihrer weiteren Familienmitglieder anzuerkennen. Aus allen Zeilen sprechen Herzenswärme und Wertschätzung, Respekt dem jungen Leben gegenüber und Anerkennung der bereits erbrachten Leistungen der Elternteile. Familien sind ein Zusammenspiel wie Yin und Yang; keiner kann ohne den anderen und doch schwingt es sich am besten, wenn alle im Einklang miteinander sind. Diesen Einklang immer wieder herzustellen, Familienleben mit einem pubertierenden Teenager zu meistern, wird vielen Eltern – da bin ich mir sicher – nach dem Lesen dieses Buches leichter fallen. Es nimmt den Druck des Perfektionismus und schenkt Mut, Zuversicht und Vertrauen. Von Herzen Danke dafür. 

Du möchtest mehr erfahren über die Arbeit von Inken Hummel? Dann folge ihr auf Instagram oder Facebook – und geh´in die nächste Buchhandlung deines Vertrauens; du wirst das Buch auch nicht wieder hergeben wollen. 

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