Inzwischen sind wir wohl alle (wieder) im Schulalltag angekommen; und zu diesem gehören für die meisten unserer Kinder auch die zumeist als lästig empfundenen Hausaufgaben. Wie geht es bei euch damit? Macht dein Kind gern seine Hausaufgaben – freut es sich, wenn es welche auf hat? – oder gehört es eher zu den neee-keinen-Bock-Kindern, die an das Erledigen ihrer Hausaufgaben permanent erinnert werden müssen? Heute habe ich einen Tipp für euch, wie das Hausaufgaben machen in Zukunft mit etwas mehr Leichtigkeit funktionieren kann.

Klare Strukturen helfen.

Zunächst einmal: versucht, für das Erledigen der Hausaufgaben eine bestimmte Zeit auszumachen. So könnte z.B. 30 Minuten nach dem Mittagessen eine gute Zeit sein, die als Hausaufgabenzeit etabliert werden kann. Warum? Wenn dein Kind aus der Schule kommt, möchte es den Ballast des Tages, alles Erlebte – das Gute und das weniger-Tolle – erst einmal hinter sich lassen, sich vielleicht Luft machen und dir von seinen Erfahrungen des Tages erzählen. Dazu hat es während der Vorbereitungen für das Mittagessen und der anschließenden gemeinsamen Mahlzeit ausreichend Möglichkeit. Wenn dein Kind mit vollem Magen nicht direkt mit seinen Hausaufgaben starten möchte, dann trefft die 30 Minuten-Regel; du stellst am besten einen Wecker, so dass klar ist, wann die Hausaufgabenzeit beginnt.

 

Findet einen Platz, der zu deinem Kind und seinen Lernbedürfnissen passt.

Eine Überlegung, die eher von grundsätzlicher Natur ist, das Hausaufgabenmachen dann aber sehr erleichtert, ist die Suche nach dem geeigneten Ort zum Erledigen derselben. Vermutlich hat dein Kind in seinem Zimmer einen Schreibtisch, der für genau diese Arbeiten vorgesehen ist. Und du wünschst dir vielleicht, dass es dort seine Hausaufgaben erledigen möge; doch nicht für jedes Kind ist sein Schreibtisch der optimale Platz zum Hausaufgaben machen. Möglicherweise möchte es seine Hausaufgaben bäuchlings auf dem Boden liegend machen oder statt in der Einsamkeit und Abgeschiedenheit seines Kinderzimmers hilft es ihm, mitten im Geschehen dabei zu sein und seine Hausaufgaben am gemeinsamen Esstisch zu erledigen. Jüngere Kinder sitzen auch gern auf dem Boden mit einem Sitzkissen und nutzen die Berliner Hocker als Arbeitsfläche. Findet gemeinsam heraus, wo der optimale Ort ist, um die täglichen Aufgaben zu erledigen. Vielleicht ist es auch eine Kombination aus zweierlei Orten – schriftliche Hausaufgaben am Esstisch, Vokabeln lernen im Kinderzimmer – vieles ist denkbar. Schaut einfach, was am besten zu deinem Kind passt und was sich gleichzeitig auch gut in euer sonstiges Familienleben integrieren lässt.
 

Und dann geht´s los.

Schaut gemeinsam, welche Aufgaben dein Kind an diesem Tag auf bekommen hat. Dabei ist zunächst egal, ob die Hausaufgaben für den nächsten Tag oder erst in einer Woche fertigzustellen sind; vergesst auch nicht ggf. Aufgaben der Vortage einzubeziehen, die unter Umständen noch liegen geblieben sind. Kategorisiert die Aufgaben im Sinne von: das fällt mir leicht, das kann ich gut bzw. das ist schwer, darauf habe ich gar keine Lust. Wenn nun klar ist, welche Aufgabe für dein Kind echte Herausforderungen sind, lass es zunächst mit einer oder zwei der „das fällt mir leicht“-Aufgaben in die Hausaufgabenzeit starten. Diese erledigt es mit Leichtigkeit und wird recht schnell damit fertig sein. Mit diesem Schwung geht es nun an die „das ist schwer für mich“-Aufgabe, der es sich widmen soll. Und am Ende folgt wieder eine „das macht mir Spaß“-Aufgabe. So ist die beschwerliche Aufgabe eingebettet in positive und bestärkende Gefühle am Anfang der Hausaufgabenzeit und auch am Ende. Keine „das fällt mir leicht“-Aufgabe für´s Ende mehr übrig? Dann schnappt euch ein kleines Spiel und schließt die Hausaufgabenzeit mit einem kurzen Lernspiel ab. Mit etwas größeren Kindern ein tolles Hausaufgabenabschlussspiel ist Stadt-Land-Fluss; Galgenraten lieben viele Kinder auch – und ich persönlich mag nach wie vor das Spiel Dobble – ein Konzentrationsspiel, bei dem es um Schnelligkeit geht und die visuellen Fähigkeiten trainiert werden. Auf diese Weise tut ihr etwas zum Konzentrationstraining, je nach Spiel werden auch Kompetenzen in bestimmten Bereichen verstärkt – und es fühlt sich für dein Kind gar nicht nach lernen oder Hausaufgaben machen an. 

Wenn´s etwas länger wird: Plant Pausen ein.

Ganz häufig erzählen mir Kinder, dass sie sich an ihre Hausaufgaben setzen und dann über einen recht langen Zeitraum versuchen, konzentriert zu arbeiten und alles zu erledigen. Dies gelingt in der Regel nicht so gut und schmälert im Ergebnis die Motivation. Hinzu kommt, dass zumeist die Aufgaben und Themen, die euer Kind um so später beim Hausaufgaben machen angegangen ist, um so weniger gut im Gehirn abgespeichert worden sind. Es hat sich dann also mühevoll durch die schwierigen Matheaufgaben hindurch gequält, am nächsten Tag im Unterricht erlebt es aber keine wirkliche Steigerung seiner Fähigkeiten.

Tatsächlich ist es so, dass unser Gehirn nach etwa 20-25 Minuten Schwierigkeiten bekommt, sich weiter gut zu konzentrieren. Kleine, 30- bis 60sekündige Lernpausen, in denen das Gehirn einen ordentlichen Frischekick bekommt, helfen deinem Kind, die Hausaufgabenzeit effektiver – und auch mit viel mehr Spaß – zu verbringen, konzentrierter bei der Arbeit zu verweilen und zudem den bearbeiteten Stoff besser zu behalten. Wie genau dein Kind diesen Energiekick für´s Gehirn in seinen Lern- und Hausaufgabenalltag integrieren kann, dazu habe ich schon vor einiger Zeit ein kleines Video gemacht.

Grundsätzlich mag ich euch an dieser Stelle nun gern noch eine Sache mit auf den Weg geben: bitte bleibt entspannt.
Ja, unsere Kinder bekommen Hausaufgaben in der Schule auf. Ja, das ist eine manchmal lästige schulische Verpflichtung, die leider häufig auch schnell negativ in den Familienalltag hinein lappt. Sprich mit deinem Kind darüber. Lass nicht zu, dass deine Mutter/Vater-Kind zu einer Lehrer-Kind-Beziehung wird, die euer Eltern-Kind-Verhältnis im Ergebnis womöglich beeinträchtigen wird. Ja, wir leben in einem Land mit Schulpflicht. Ja, es gehören zu dieser Schulpflicht leider viel zu oft auch viel zu viele Hausaufgaben dazu. Sei einfach klar mit dir und auch mit deinem Kind. Wenn du ihm gegenüber vermittelst, dass es nun mal so ist, dass wir ein System haben, in dem es nicht so sehr auf die Persönlichkeit des Einzelnen ankommt, sondern in dem es darum geht, dass Anwesenheit und Informations-Abrufbarkeit zu definierten Zeitpunkten erfolgsrelevant sind, dann nimmt das nicht nur dir, sondern auch deinem Kind ganz viel Last von den Schultern. Ja, du musst in die Schule gehen – denn wenn du nicht gehst, bekommen wir eine Menge (vermeidbaren) Ärger. Ja, leider gehören Hausaufgaben dazu – doch deine Persönlichkeit machen sie nicht aus. Deine Noten in der Schule sind nicht wichtig, das Leben wird von ihnen nicht bestimmt. Auf diese Weise wirst du bei deinem Kind deutlich schneller Kooperattionsbereitschaft erreichen als mit Druck, schimpfen und dem Aussprechen von Drohungen. Was meinst du?

Wie sieht eure Hausaufgabenroutine aus? Und welche Erfahrungen hast du bisher gemacht? Lass es uns gern wissen und teile es mit uns in den Kommentaren.

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